Perfekte Jagdunterkunft: Wohnwagen mit allem Komfort
Meinen ersten Begehungsschein für ein Hochwildrevier erhielt ich in der Eifel. Trotz des stolzen Preises genoss ich volle jagdliche Freiheit („freie Büchse“) und das Privileg, Gäste mitbringen zu dürfen. Es war eine unvergessliche Zeit, nicht zuletzt wegen der zwei hervorragend ausgestatteten und dennoch preiswerten Ferienwohnungen in einem Gasthof direkt im Revier. Zur ‚Tränke‘ waren es buchstäblich nur wenige Schritte. Nach zwei schönen Jahren dort bot sich mir schließlich die Gelegenheit, ein eigenes Revier in Lehrbach zu pachten.
Jagdrevier in Lehrbach
Die größte Schwierigkeit vor Ort war die fehlende Infrastruktur. Da weder Mietobjekte noch eine Baugenehmigung für eine Jagdhütte verfügbar waren, löste ich das Problem durch einen kurzfristig erworbenen Wohnwagen. Diesen konnte ich bei einem Landwirt an einem Bachlauf mit festem Strom- und Wasseranschluss stationieren.
Das Revier bot einen außergewöhnlich hohen Wildbestand, was jedoch mit massiven Wildschäden und harter Arbeit einherging. Die Jagd war äußerst effizient; Sauen konnten häufig bereits nachmittags gestreckt werden. Allerdings war der Zustand der Reviereinrichtungen aufgrund mangelnder Pflege durch den Vorpächter mangelhaft. Die eigentliche Herausforderung war jedoch die Logistik: Bei Strecken von oft vier Sauen pro Wochenende stießen sowohl die Kühlmöglichkeiten als auch der Absatz an ihre Grenzen.
Wohnwagen als Dauerlösung
Jagdrevier im Westerwald
Schließlich zog es mich weiter in den Westerwald: 650 Hektar für einen stolzen Preis, aber die Lage war perfekt. Das Revier war äußerst ruhig gelegen, geprägt von weitläufigen Waldrändern. Auf einer geschützten Fläche von vier Ar konnte ich mich niederlassen – mit hervorragender Zufahrt, Parkplätzen und in einer wirklich idyllischen Umgebung.
Anfangs war das Revier ein jagdliches Refugium: Rehwild gab es im Überfluss, und Sauen traten nur gelegentlich als Wechselwild auf, was das Thema Wildschaden vernachlässigbar machte. Ein weiterer Pluspunkt war das Fehlen von Staatsforst-Flächen in der direkten Nachbarschaft.
In den letzten beiden Pachtjahren wendete sich jedoch das Blatt. Die Schwarzwildpopulation explodierte derart, dass die Wildschäden drastisch zunahmen. Trotz intensivster Bejagung und konsequentem Abschuss war das Problem nicht mehr in den Griff zu bekommen. Letztlich entschied ich mich, den Pachtvertrag nicht zu verlängern und die Jagd ganz aufzugeben.
Das neue Jagdgesetz mit seinen Einschränkungen bei der Kirrung, der rücksichtslose Einsatz von Kreiselmähern und der plötzliche, großflächige Maisanbau haben meine Sicht auf das Waidwerk nachhaltig verändert.
Eines jedoch ist als positive Erinnerung geblieben: Ein gut ausgestatteter Wohnwagen mit Vorzelt ist und bleibt als Jagdunterkunft meine wärmste Empfehlung!




