Tischkreissäge GTS 10 XC Professional von Bosch
Bis ich eine richtige Tischkreissäge hatte, hat es eine Weile gedauert. Anfangs habe ich alles mit der Tauchsäge und Führungsschiene zugeschnitten – manchmal auch schon vorgefertigtes Holz beim Händler bestellt.
Bei meinem Holzhändler stand eine Makita MLT100X. Der Preis war in Ordnung, und der Vorteil: die Säge war fahrbar und zusammenklappbar, sodass ich sie bei Nichtgebrauch in einem der Schleppschuppen abstellen konnte.
Doch der Kauf war ein Reinfall. Alles an der Säge war billig verarbeitet: das Blech rundherum kantig, die Führungsschiene wackelte wie ein Hundeschwanz, und der Schiebetisch war praktisch unbrauchbar. Auf meine Beschwerde bei Makita kam die lapidare Antwort: „Das ist eine Baukreissäge!“
Nachdem ich einen der Schuppen winterfest gemacht hatte, konnten die Kühlschränke aus meiner Werkstatt raus – etwas mehr Platz hatte ich endlich.
Die Makita „Baukreissäge“ konnte ich zum Glück schnell wieder verkaufen.
Dann kaufte ich mir die Festool CMS TS 55 mit Schiebetisch und Tischverlängerung. Anfangs war ich begeistert – hätte ich doch nur meine alte TS 55 gegen die neue eintauschen können! Aber nein: meine alte TS 55 passte nicht auf die neue. Kleine Änderungen, die mich richtig geärgert haben.
Als ich versuchte, die Meranti-Ecken meiner Gartenbar mittig auf 45 Grad zu teilen, machte sich tiefe Enttäuschung breit. Festool trifft keine Schuld – es war meine Unerfahrenheit. Die „Tischsäge“, die eigentlich keine ist, schafft gerade mal 48 mm Schnitttiefe senkrecht. Im 45-Grad-Winkel kann man damit kaum mehr als eine Tageszeitung schneiden. Eher etwas für Modellbauer. Also schnell weg damit – gebraucht hatte ich sie sowieso nie, da ich alles mit der Tauchsäge erledigen konnte.
Lange suchte ich im Netz nach einer brauchbaren Tischkreissäge. Die PRECISIO CS-Serie von Festool kam für mich nicht in Frage: zu teuer, zu viel Zubehör notwendig und die Schnitttiefe war für meine Zwecke zu gering. Außerdem habe ich ohnehin die Kappsäge KS 120, die für viele Arbeiten ausreichend ist.
Dann stieß ich auf ein sehr gutes Angebot für eine BOSCH Tischkreissäge GTS 10 XC Professional – ohne Untergestell. Perfekt! Ich hatte genug vom Suchen: auspacken, aufstellen, einschalten – und los geht’s!
Zuerst habe ich Winkel geprüft, Anschläge gemessen und den Schiebetisch getestet. Ergebnis: keine Fehler. Anscheinend hatte ich Glück! Das mitgelieferte Standardsägeblatt konnte man getrost vergessen: kreischend und unsauber. Ich habe es sofort durch neue Blätter von AGEFA ersetzt – eines für beschichtete Platten, eines für Massivholz-Längsschnitte usw.
Mit dieser Tischkreissäge bin ich für meine Zwecke voll zufrieden: Anlaufstrombegrenzung, schnelle Bremse, Leistung, Schnitttiefe, Auflagevergrößerung – alles top. Die Absaugung muss zwar ständig überwacht werden, aber das ist bei vielen Sägen der Fall.
Ich war und bin ein kleiner Fan von Festool, aber auch andere Hersteller, wie BOSCH, schlafen nicht. Hätte Festool eine vergleichbare Tischkreissäge im Angebot gehabt, hätte ich sie sicher gekauft.
Mit guter Pflege wird die BOSCH GTS 10 XC Professional genauso lange halten wie eine Festool-Tischkreissäge.



