Arbeitstisch für den Außenbereich
Viele größere Teile muss ich außerhalb der Werkstatt zusammenbauen oder lackieren.
Hierfür habe ich diesen Arbeitstisch gebaut.
Welche Kriterien sollte der Tisch erfüllen?
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ausreichend große Arbeitsfläche
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wetterbeständig
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beweglich
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austauschbare Tischplatte
Auf dieser Grundlage entstand die hier gezeigte Konstruktion.
konstruiert in Sketchup
Es gibt sicher viele Konstruktionsprogramme, und ich habe auch schon einige getestet.
Keines der anderen Programme hat jedoch die Möglichkeiten, Eigenschaften und die Geschwindigkeit der Arbeit so gut erfüllt wie SketchUp.
FreeCAD ist kostenlos und sicher auch für den Möbelbau geeignet. Die Einarbeitung dauert jedoch deutlich länger, und die Handhabung ist wesentlich komplizierter. Von AutoCAD ganz zu schweigen.
Heutzutage wird kaum noch ein Holzwerker seine Konstruktionen auf Papier zeichnen. Änderungen, Perspektiven und Materialberechnungen lassen sich digital einfach und schnell umsetzen – auf Papier wäre das sehr umständlich.
Dimensionen und Material
Die Arbeitsfläche des Tisches sollte mindestens 2 Meter lang und 1 Meter breit sein, die Höhe im genormten Rahmen liegen.
Der Unterbau muss auch größeren Belastungen standhalten, gleichzeitig soll der Tisch beweglich sein. Die Tischplatte besteht aus Lärchenbrettern und liegt auf Fichte-KVH. Das Tischgestell besteht aus 100 mm KVH-Balken, die miteinander verschraubt sind. Das Gestell ist „wasserdicht“ lackiert – wobei man Holz nie vollkommen wasserfest machen kann, da es arbeitet.
Die Beweglichkeit wird durch stabile Laufrollen gewährleistet. Diese sind eigentlich für bis zu 50 kg pro Rolle ausgelegt, doch der Tisch hat bereits über 300 kg getragen, ohne dass es zu Schäden gekommen wäre.
Planken für die Tischplatte
Für die Tischplatte kamen Lärchenbretter zum Einsatz. Diese sind beim Holzhändler in verschiedenen Längen erhältlich und haben einen Querschnitt von 27×145 mm.
Alle Bretter wurden exakt auf die gleiche Länge zugeschnitten, anschließend auf Beschädigungen und Löcher überprüft und gespachtelt. Nach der Trocknung wurden die Bretter geschliffen. Erst danach habe ich alle Kanten mit einem 5‑mm‑Abrundfräser abgerundet.
Der Feinschliff erfolgte unmittelbar vor der ersten Grundierung mit Holzgrund von Wilckens.
Lärche ist zwar witterungsbeständiger als Fichte, kann jedoch genauso „faulen“. Sie bietet keinen vollständigen Garant für Wetterfestigkeit.
Tischgestell
Mit einem Querschnitt von 100×100 mm habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Hölzer in dieser Größe verziehen oder verdrehen sich nahezu gar nicht. Sicher hätten für den Bau des Arbeitstisches auch 80×80 mm ausgereicht.
Das Ablängen auf der Festool Kappsäge KS 120 funktioniert nicht immer in einem Schnitt – ein paar Millimeter müssen per Hand nachgesägt werden. Die angegebene Schnitttiefe von 120 mm ist aus meiner Sicht etwas übertrieben.
Ausklinken funktioniert auf der Kappsäge nicht.
Tischgestell - Ausklinken
Das Ausklinken der 50er-Tiefe gelang gut auf der Bosch-Tischsäge mit Queranschlag. Diesen Queranschlag habe ich selbst konfiguriert aus einem Festool-Teil und der Schiene von Bosch.
Die Arbeit ist ganz einfach langweilig. Höhe einstellen und endlos das Holz über das Sägeblatt schieben.
Rahmen für die Tischplanken
Die Planken werden nicht direkt mit dem Rahmen verschraubt.
Dazu dienen schmalere Leisten, auf die die Planken befestigt werden. So liegen die Planken stabil im rechten Winkel, und die „Tischplatte“ kann jederzeit herausgenommen werden.
Warum? Zum einen ist der Aufwand deutlich geringer. Zum anderen wird der Rahmen länger halten als die Planken der Tischplatte, sodass die Platte bei Bedarf werkzeuglos entnommen werden kann.
Wichtig ist nur, dass das Material der schmalen Leisten exakt mit dem der Planken übereinstimmt.
Wer den Unterschied einmal erleben möchte, kann zum Beispiel Bangkirai-Terrassendielen auf KVH verlegen und den Winter abwarten…
Lackierung Tischplatte
Der konstruktiv beste Wetterschutz – na ja, eigentlich ist „Wetterschutz“ nicht ganz korrekt, da Wetter aus Feuchtigkeit, Luftdruck und Temperatur besteht. Aber ich denke, jeder weiß, was gemeint ist.
Mit der Lackierung soll das Eindringen von Wasser in das Holz verhindert werden. Eine Lackierung mit einem sogenannten „3‑in‑1“-Produkt macht nur wenig Sinn und kann für Verbraucher irreführend sein. Es wird suggeriert, dass man mit diesem Lack alle erforderlichen Schutzmaßnahmen gleichzeitig erreicht. Auch ich bin anfangs auf diese Werbung hereingefallen.
Besser ist: zuerst grundieren, nach Durchtrocknung mindestens zweimal mit einem hochwertigen Außenlack lackieren. Das hält zwar nicht ewig, aber mehrere Jahre zuverlässig.
Lackierung Rahmen
Es gibt Holzwerker, die ihre Projekte erst im fertig montierten Zustand lackieren. Das kann ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen.
Im zusammengebauten Zustand komme ich an viele wichtige Ecken und Kanten gar nicht mehr richtig heran – ausgeklinkte Verbindungen erst recht nicht. Außerdem sammelt sich an Kanten beim Lackieren schnell zu viel Material. Das führt zu Tropfen oder unschönen „Tränen“. Und letztlich ist es insgesamt deutlich schwieriger, alle Seiten gleichmäßig zu beschichten.
Deshalb lackiere ich grundsätzlich alle Einzelteile vor dem Zusammenbau.
Tisch montieren
Der Rahmen ist konstruktiv verbunden und wird mit 100er beziehungsweise 150er SPAX-Tellerkopfschrauben fixiert.
Die Schraubenköpfe sitzen in versenkten Topfbohrungen, alle Verbindungen sind selbstverständlich vorgebohrt.
Ein wichtiger Hinweis: Den Akkuschrauber nicht auf maximales Drehmoment einstellen – das kann schmerzhaft in der Hand enden.
Genau das ist ein guter Grund, über die Anschaffung eines Schlagschraubers nachzudenken.
















