Drachen selber bauen
Das habe ich schon als Kind gemacht – ohne Werkzeug, nur mit Tapetenleisten, Zeitungspapier, Schnur und einer heißen Kartoffel. Oder alternativ mit Mehlpaste zum Kleben. Alles geht!
Dieser Drachen fliegt garantiert. Du brauchst nur die abgebildeten Materialien. Ein Kleber und ein Bohrer erleichtern die Arbeit, sind aber kein Muss.
Das spezielle Papier ist heute nicht mehr häufig zu bekommen, aber ich habe noch eine Bezugsquelle. Die Leisten sollten biegsam und 2–3 mm stark sein.
Wie damals verzichte ich auf Kunstfaserschnur. Stattdessen verwende ich Paketschnur, die den Druck beim Fliegen problemlos aushält und in jeder Poststelle erhältlich ist.
Kreuz
Wie früher habe ich das Kreuz des Drachens aus dem Bauch heraus konstruiert. Der Einfachheit halber habe ich es jedoch zusätzlich in einer Zeichnung festgehalten.
Ich habe eine Höhe von 1.300 mm und eine Breite von 900 mm gewählt.
Zwei Löcher nehmen das Flugdreieck aus Paketschnur auf. Die Verbindung der Kreuzbalken erfolgt über einen einfachen Knoten, der in der Mitte durch eine Bohrung gesichert wird, damit sich nichts verschieben kann.
WICHTIG: Am unteren Ende des Kreuzes muss eine Zusatzbohrung für den Drachenschwanz eingebracht werden, etwa 3 cm unter dem Ende.
Früher hatten wir auch kein Messgerät um die Mitte der Querstange zu finden. Doch mit dem Finger und der Physik geht das einfach. An dem Punkt, an dem ein Gleichgewicht der Querstange erreicht ist, ist auch die Mitte.
Spezielle Knoten sind auch nicht notwendig.

Die Löcher hatten wir früher mit einer heißen Nadel durchs Holz gebracht. Heute ist die Arbeit mit einem 3mm Bohrer in einem Akkuschrauber einfacher.

Die Enden des Kreuzes brauchen eine Kerbe für die sichere Führung des Paketbandes für die Bespannung.
Einfach mit einem Teppichmesser o.ä. einkerben.

Am besten fängt man an der Schwanzspitze mit der Bespannung an.Um die Stange verknoten und dan über die Kerbe den Enden folgen. Die Enden werden wie auf dem Bild umspannt.
Die Bespannung sollte so fest sein, dass sich beide Stangen etwas nach innen biegen. Das erhöht auch die Aerodynamik und stabilisiert den Drahen in alle Richtungen. Gerade gebundene Drachen flattern!!!

Nachdem die Schnur als Kleberand angebracht ist, wird das Papier bespannt.
Hier ist man völlig frei. Wir hatten damals nur Zeitungspapier. Das geht auch.
Aber hier ist dieses Papier einfach besser.
Die Farben sind nicht zufällig. Deutschland soll wieder in den Himmel steigen!!!
Deshalb habe ich 3 verschiedene Papierfarben zu einer Fläche zusammengeklebt.
Mit einem Klebestift geht das sauber und schnell.
Den gab es damals nicht und so mussten wir als Kinder improvisieren. Manchmal kochte meine Mutter mir dafür eine Kartoffel, die aufgrund ihres Eiweissgehaltes den Papierrand geklebt hatte, oder eine Pampe aus Mehl und Wasser. Sehr dick.

Ein überstehender Rand von ungefähr 4 cm reicht völlig aus.
Dieser Rand wird nach der Vorspannung nach innen eingefaltet und verklebt.

Die Vorspannung muss stimmen.
Erst dann wird das Papier aufgespannt.
Hier habe ich ein Hilfsseil am Querträger gesannt um die Wälbung zu erreichen.
Erst daa die anderen Seiten nachspannen.

Die Stellen mit den Bohrungen habe ich mit einem kleinen abgerissenen Stück des Papieres in der Farbe nochmals überklebt. Das ist eine sehr gute Verstärkung.

Der wichtigste Teil der Konstruktion.
Das Flugdreieck.
Dieser "Winkel" gibt dem Drachen den richtigen Anstellwinkel für einen ruhigen Flug.
Die Schnur wird durch die gebohrten Löcher mit einem hinteren Knoten gehalten, der dicker als das Loch ist. Das Dreieck wird an einem Ende der Querstange befestigt und dort mit einer einfachen Öse (Auge) verknotet. In diese Öse wird die eigentliche Flugleine eingeknotet.

Am unteren Ende des Drachens, in der Bohrung, wird auch ein kurzes Stück Leine mit einem Auge/Öse verknotet. Das erleichtert das Anbringen des notwendigen Schwanzes für den Drachen.

Der Schwanz ist mindestens 4-fach länger als der Drachen selbst hoch ist. In Abständen von ca. 50cm binde ich Reste des Papiers in einer Schlaufe in die Schnur. Das sieht am Himmel sehr gut aus.
Am Ende des Schwanzez sollte ein etwas schwereres Stück hängen. Hierfür hatten wir damals langes Gras eingebunden. Das gibt es am Startort fast überall.
Der Drachen ist somit fertig gebaut.

Nur noch das Paketband kreuzweise auf einem Stab aufwickeln und das Ende mit dem Flugdreieck verbinden.
Paketband war früher das teuerste Zubehör.Â
50 Meter sind einfach zu wenig. Ich hatte mal 300 Meter Schnur und der Drachen flog ohne Probleme.
Nur muss man auch daran denken, dass diese 300 Meter auch wieder aufgewickelt werden müssen beim Einholen des Drachens. Und das unter dem Winddruck.
Viel Spaß mit dem eigenen selbst gebauten Drachen !

Hier noch die Bezugsquelle für das Papier.
Im Internet gibt es den ein oder anderen Anbieter, bei dem man online bestellen kann.
Als Schnur bietet sich auch dünne Kunstfaser an, Maurerschnur geht auch noch.















