Kasten mit dem IGM Zinkenfräsgerät FD300
Das Gerät FD300 gibt es bei Amazon zu kaufen. Das ist aber nicht so wichtig – es wird ohnehin oft angeboten.
Das Paket war komplett, und ich war sehr neugierig darauf, damit zu arbeiten. Denn ich habe bereits mit dem Zinkenfräsgerät von Festool gearbeitet und bin mit dem Ergebnis dieser Maschine vertraut.
Dabei stellte sich für mich die Frage: Kann dieses FD300‑Gerät das auch – und das für relativ wenig Geld?
Lehrgang "Oberfräse" in der Kurswerkstatt-Saar
Vor einigen Jahren war ich persönlich bei Heiko Rech in seiner Kurswerkstatt-Saar und nahm an einem zweitägigen Kurs zum Umgang mit der Oberfräse teil.
Zwar habe ich nichts grundlegend Neues gelernt, doch ich kann die Kurse und die Didaktik von Heiko Rech nur ausdrücklich empfehlen. Er erkannte sofort den Kenntnisstand jedes Teilnehmers und baute die Themen individuell auf, ohne die anderen zu behindern.
Leider gibt es inzwischen keine „Vor-Ort-Lehrgänge“ mehr – seit Corona wurden diese eingestellt. Heiko Rech bietet nun Online-Kurse an. Auch ich habe mich dort eingeschrieben. Seine Videos sind sehr gut gemacht, fachlich fundiert und leicht verständlich.
Basis-Ausstattung
Ähnlich wie bei der Zinkenfräse von Festool sind für das FD300 verschiedene Schablonen als Zubehör erhältlich – nur die Formen unterscheiden sich.
Die passenden Fräser sind bereits in der Basisversion enthalten. Bei Festool muss man diese noch separat und sehr teuer kaufen.
Ich habe das Zinkenfräsgerät FD300 gekauft, um einfach mal zu sehen, wie das Ergebnis wird. Der größere 600er für große Teile ist nur unwesentlich teurer.
Die Montage ist gut beschrieben. Man darf zwar nicht das Beste vom Material erwarten, aber alles ist solide zusammengebaut und wirkt langlebig.
Holzauswahl
Im Fräskurs bei Heiko Rech im Saarland wurde als Übungsstück auch ein Kasten mithilfe der Schablone gebaut – das war schon sehr überzeugend.
Damit die Holzverbindung gut sichtbar wird, macht es Sinn, zwei unterschiedlich farbige Holzarten zu kombinieren. Ich habe mich für nordamerikanische Weißeiche und für die Seitenwand für Meranti entschieden.

Teststücke
Ohne Test geht es nicht.
Hier habe ich ein Stück Fichtenleimholz mit einer gleichartigen Platte gefräst und die Passgenauigkeit der Verbindung getestet.
Die Feineinstellung der Fräshöhe bzw. Frästiefe ist wichtig und hängt auch von der Art der Verbindung ab.

Eiche fräsen
Die mitgelieferten Fräser sind zwar nicht von bester Qualität. Aber das Fräsergebnis ist sehr gut.
Keine Ausrisse, keine Brandflecken.

Form fräsen und Nut für den Boden
Der Kasten soll optisch noch etwas aufgewertet werden. Eine Fräsung an der Unterseite in Längsrichtung erzeugt den Eindruck von „Füßen“ an den Ecken. Die Rundung dient nur der Optik und hat keinen praktischen Nutzen.
Die Nut ist für den Boden des Kastens vorgesehen. Sie lässt sich sehr einfach mit einer Tischsäge als verdeckter Schnitt in der Breite der Bodenstärke ausführen.

Montage
Nun, Montage ist vielleicht etwas übertrieben.
Zinken mit Leim versehen und zusammenstecken. Das war's. Gut, noch den Boden in die Nut legen...
Bei dieser Art der Verbindung waren wahrscheinlich keine Schraubzwingen nötig, aber die habe ich eine Stunde lang eingesetzt.
Und fertig war der Kasten.

Ölen
Nach dem Schleifen der Oberflächen habe ich die Flächen des Kastens noch geölt, um die Farben der Hölzer noch etwas zu verstärken.
Bei den verschiedenen Holzarten ist das ganz gut gelungen.
Die Zinkenfräse habe ich inzwischen wieder verkauft. Ich habe auf Dauer keinen Bedarf dafür. Für diejenigen, die Interesse an schönen kleinen Projekten wie diesem haben, kann ich das Gerät für diesen Preis nur empfehlen.







