TEMU gegen KREG Frässchablonen

veröffentlicht am 5. April 2025

TEMU gegen KREG Frässchablonen

Vor einigen Monaten hatte ich im Sautershop das Frässchablonenset von KREG bestellt. Erst nach einigen Wochen habe ich versucht, damit Rundungen zu fräsen – und leider war das Produkt eine Enttäuschung.

Die Schablone sollte meine selbstgemachte Schablone ersetzen und mir eine größere Auswahl an Radien bieten. Vielleicht bin ich etwas pingelig, aber die KREG-Schablone passt überhaupt nicht auf das Holz. Die Schenkel schließen nicht senkrecht mit der Holzkante ab, und eine Feineinstellung ist nicht möglich. Somit sind alle Radienschablonen für präzises Arbeiten unbrauchbar.

Für diesen Frässchablonensatz habe ich 55,85 Euro inklusive Versand bezahlt. Aus meiner heutigen Sicht war das rausgeschmissenes Geld.

Eckenfräsgerät beim KA 65

nicht Rechtwinklig

Mir erschließt sich nicht der Sinn eine Eckenschablone nicht Rechtwinklig herzustellen. 

TEMU gegen KREG Frässchablonen

Hier habe ich die KREG-Frässchablone korrekt an der Buche ausgerichtet und von unten fotografiert. Deutlich ist der Überstand der Schablone zu erkennen – so lässt sich keine saubere, präzise Rundung ins Holz fräsen.

Leider habe ich das erst spät getestet und konnte die Schablone nicht mehr zurückgeben. Ein Totalverlust des Kaufpreises – so etwas kommt mir nicht noch einmal vor.

TEMU Frässchablone für Ecken

Beim Stöbern auf TEMU bin ich auf eine namenlose Frässchablone aus Aluminium gestoßen. Der Preis lag damals bei 9,69 Euro – fast 50 Euro günstiger als die KREG-Schablone im Sautershop.

Heute habe ich die Ware erhalten. Die Lieferzeit betrug 10 Tage. Hat sich das gelohnt? Dieser enorme Preisunterschied hat mich zunächst sprachlos gemacht. Kann das wirklich gute Qualität sein?

Ich habe die Schablone mit diesem geringen Preisrisiko bestellt – Radien 30, 35, 40 und 50 mm. Jetzt liegt sie in meiner Hand: die Qualität ist top. Getestet an den Ecken eines Stückes Buche passt die Schablone absolut genau und lässt sich problemlos fixieren. Einzig die Anschläge müssen gelöst und entfernt werden, damit die Fräse beim Arbeiten nicht behindert wird.

Fazit

Viele Jahre habe ich meine Werkzeuge günstig in Deutschland gekauft. In den letzten zwei Jahren haben sich die Preise hier fast verdoppelt. Warum? Die Mehrwertsteuer wurde nicht erhöht, der Bedarf ist ungefähr gleich – trotzdem steigen die Preise stetig.

Könnte es sein, dass „Notlagen“ bewusst herbeigeführt oder zumindest propagiert werden? Will jeder Händler für sich noch retten, was zu retten ist? Die Lage ist längst nicht mehr labil – sie ist indifferent.

Wie dem auch sei: Die Ware einer Bestellung bei TEMU wird über tausende Kilometer nach Deutschland transportiert und hier für einen Bruchteil des deutschen Preises verkauft – und trotzdem verdienen alle Beteiligten an der Ware.

Ein Beispiel: Ich brauchte ein neues Sägeblatt für die Kappsäge, 260×30 mm. Bei Festool kostet es mal eben 296 Euro. Ich habe ein Sägeblatt aus chinesischer Produktion für 57 Euro all-in bei Amazon gekauft. Das Ergebnis: mindestens genauso gut wie das Original – ich konnte den Vergleich selbst machen.

Es macht mich als Verbraucher wütend, auf diese Weise „verarscht“ zu werden, besonders wenn man hört, dass wir beim Kauf von Artikeln aus Deutschland angeblich deutsche Arbeitsplätze sichern. Unsere Industrie liegt am Boden, jeden Tag stehen mehr Fachkräfte wegen Kündigungen oder Insolvenzen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Gibt es tatsächlich noch Menschen, die den aktuellen Nachrichten Glauben schenken?

Heute schaue ich, wenn ich etwas für mein Hobby oder mein Umfeld brauche, zuerst bei TEMU, ob der Artikel dort verfügbar ist.

 

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